Afghanistan

Ein Dauerkrieg, ein zerstörtes Land und ein verelendendes
Volk im Namen von Freiheit und Demokratie -
Ein Fall imperialistischer Weltordnungspolitik unter US-Regie und mit
deutscher Beteiligung

Donnerstag, 10.12. 2009, 19.30 Uhr
Seidlvilla, Nikolaiplatz 1 b, München

Referent: Wolfgang Möhl, Redakteur des vierteljährlich erscheinenden
politischen Magazins GegenStandpunkt

Seit 8 Jahren führen die USA und ihre NATO-Verbündeten in Afghanistan Krieg. Ein Ende der Gewalt ist nicht absehbar. Im Gegenteil: Der neue US-Präsident hat diesen Krieg zur außenpolitischen Hauptsache erklärt, das Militär aufgestockt und den Krieg nach Pakistan ausgeweitet. Die Opfer – heißt es – gehen auf das Konto der Taliban; bevor die nicht besiegt sind, kann man den Krieg nicht beenden und darf man keinen Frieden geben. Denn, so lautet die offizielle Auskunft unbeschadet aller Zerstörungen und des wachsenden Kriegselends, es geht um Frieden und bessere Verhältnisse für das afghanische Volk; das Volk, auf das man bei der Kriegführung als potentiellem Sumpf der Taliban wenig Rücksicht nimmt.

Das Land ist gründlich zerstört, Leben und Überleben wird für die Bevölkerung zunehmend schwieriger, was wächst, ist allein der Drogenanbau, und neben den Taliban-Kämpfern konkurrieren Stammes- und andere Lokalgewalten auch in den halbwegs „befriedeten“ Gebieten. Das hindert Politiker – die Grünen an vorderster Front – und Öffentlichkeit hier und auch anderswo nicht daran, die unermüdlichen ‚Aufbau‘ – und ‚Ordnungs‘bemühungen des Westens, Deutschland allen voran, als Beweis dafür ins Feld zu führen, dass man das afghanische Volk keinesfalls ‚im Stich‘ lassen darf, auch wenn das nach solch gewaltsamer ‚Hilfe‘ gar nicht verlangt hat.

Der Krieg mit seinen zerstörerischen Konsequenzen wird im Namen von Ordnung, Frieden, Freiheit und Demokratie in Afghanistan für unerlässlich erklärt – je weniger im Gefolge des Kriegs von Ordnung, Frieden und Freiheit in dem Sinne die Rede sein kann. Man beschert den Afghanen sogar inmitten der eskalierenden Militärgewalt eine Wahl zum Beweis, dass es vorangeht in Richtung „zivile“ Verhältnisse, und beklagt dann, dass die Wahlveranstaltung allen hiesigen demokratischen Gepflogenheiten Hohn spricht und kein zufrieden stellendes Ergebnis gebracht hat – für den Ordnungsbedarf der westlichen Kriegsherren.

  • Fragt sich, warum die USA und ihre Verbündeten den Afghanen mit Gewalt eine Ordnung bringen wollen, die dort so keiner bestellt hat.
  • Fragt sich, worin die westlichen Kriegsverbündeten einig, worin uneins sind, was sie an ihren Kriegsergebnissen eigentlich stört und welche Schlüsse sie aus der katastrophalen Lage ziehen, die sie mit ihrer Militärgewalt stiften.
  • Fragt sich auch, was „Deutschland am Hindukusch“ eigentlich zu „verteidigen“ hat, warum also deutsche Soldaten am Hindukusch töten und sterben müssen.

Die Veranstaltung will darüber aufklären.