Afghanistan: Die deutsche Kriegsmoral macht Fortschritte

im Jz Dorfen:
Datum: Mittwoch, 10. Februar 2010
Zeit: 19.30 Uhr
Ort: Jugendzentrum Dorfen, Jahnstr. 14

Seit acht Jahren führen die USA und ihre NATO-Verbündeten in Afghanistan Krieg. Ein Ende der Gewalt ist nicht absehbar. Im Gegenteil: Der neue US-Präsident hat diesen Krieg zur außenpolitischen Hauptsache erklärt, das Militär aufgestockt und den Krieg nach Pakistan ausgeweitet. Die Opfer – heißt es – gehen auf das Konto der Taliban; bevor die nicht besiegt sind, kann man den Krieg nicht beenden und darf man keinen Frieden geben. Denn, so lautet die offizielle Auskunft unbeschadet aller Zerstörungen und des wachsenden Kriegselends, es geht um Frieden und bessere Verhältnisse für das afghanische Volk; das Volk, auf das man bei der Kriegführung als potentiellem Sumpf der Taliban wenig Rücksicht nimmt.

Das Land ist gründlich zerstört, Leben und Überleben wird für die Bevölkerung zunehmend schwieriger. Was wächst, ist allein der Drogenanbau, und neben den Taliban-Kämpfern konkurrieren Stammes- und andere Lokalgewalten auch in den halbwegs ‚befriedeten‘ Gebieten. Das hindert Politiker – die Grünen an vorderster Front – und Öffentlichkeit hier wie auch anderswo nicht daran, die unermüdlichen Aufbau- und Ordnungsbemühungen des Westens, Deutschland allen voran, als Beweis dafür ins Feld zu führen, dass man das afghanische Volk keinesfalls ‚im Stich‘ lassen darf; auch wenn das nach solch gewaltsamer ‚Hilfe‘ gar nicht verlangt hat. Gleichzeitig steht in Deutschland und anderswo aktuell die Entscheidung an, wie man sich selbst zur Maßnahme von Friedensnobelpreisträger Obama verhält, 30.000 zusätzliche Soldaten loszuschicken. Die aktuellen Debatten zwischen den Truppenstellern weisen darauf hin, dass es dabei um ganz andere Dinge geht als um Afghanistan selbst, zum Beispiel um so etwas wie eine „Glaubwürdigkeit des Westens“.

  • Fragt sich, warum die USA und ihre Verbündeten den Afghanen mit Gewalt eine Ordnung bringen wollen, die dort so keiner bestellt hat.
  • Fragt sich, worin die westlichen Kriegsverbündeten einig, worin uneins sind, was sie an ihren Kriegsergebnissen eigentlich stört und welche Schlüsse sie aus der katastrophalen Lage ziehen, die sie mit ihrer Militärgewalt stiften.
  • Fragt sich auch, was „Deutschland am Hindukusch“ eigentlich zu „verteidigen“ hat, warum also deutsche Soldaten am Hindukusch töten und sterben müssen und welche Fortschritte die deutsche Kriegsmoral dabei in jüngster Zeit gemacht
    hat
  • Diese Fragen sollen auf der Veranstaltung beantwortet werden.