Was von Marx zu lernen wäre: Alles Nötige über Arbeit und Reichtum im Kapitalismus

Vortrag und Diskussion

Donnerstag, 18. November 2010 um 20.00 Uhr
LMU München, Geschwister-Scholl-Platz 1, Hörsaal B 101

Referent: Prof. Dr. Egbert Dozekal, Frankfurt/Main

Flyer mit Ankündigung


12 Antworten auf “Was von Marx zu lernen wäre: Alles Nötige über Arbeit und Reichtum im Kapitalismus”


  1. 1 Administrator 19. November 2010 um 8:48 Uhr

    per Mail von „Neoprene“ folgender Kommentar (blieb im Filter hängen, deshalb Veröffentlichung auf diese Weise):
    Warum eigentlich immer dieses defensiv vage „Was von Marx zu lernen w ä r e“?

    Das ist doch tatsächlich zu lernen. Sonst bestehen Vortragende doch auch darauf, daß Sachverhalte so sind, wie sie knapp in einer Überschrift umrissen werden. Da gibt es regelmäßig nur den unzweideutigen Indikativ.

  2. 2 Administrator 19. November 2010 um 8:55 Uhr

    Es i s t tatsächlich tatsächlich zu lernen. Es w i r d aber leider nur sehr sporadisch. Aber ich stimme zu. Meine Interpretation: Die Formulierung der Einladung ist in der Hinsicht ein bisschen opportunistisch, dass sie offenbar dem Geisteszustand des Großteils der Uni-Bevölkerung Rechnung trägt, wonach objektives Wissen über etwas gar nicht behauptet werden darf.

  3. 3 Neoprene 19. November 2010 um 10:09 Uhr

    Diesen Uni-Opportunismus kann man ja euren Ankündigungen auch sonst entnehmen: Da wird doch immer ganz genau angeführt, welchen akademischen Grad ein Referent erreicht hat, als wenn das ein Argument für die Güte des Vorzutragenden wäre, daß der schon etwas ältere Genosse noch das Glück hatte, habilitieren zu können und auch die Berufsverbotswelle im Amt überstanden hat.

    Auch im Jargon der Wortführer kann man sowas finden: z.B. diese unsägliche bürgerliche Floskel: „Ich würde dazu sagen“, wo der Redner doch gerade was Explizites ausführt, in vielen Fällen eine Kritik an dem, was ein Vorrredner gesagt hatte.

    Ich gebe zu, daß das vom „objektiven Wissen“ nichts abbricht, solange es das tatsächlich ist. Und wenn es falsch ist, muß man auch eigentlich auch nur das kritisieren, die Form ist letztlich geschenkt.

  4. 4 Administrator 19. November 2010 um 10:27 Uhr

    Wir sind einfach alles schwache Menschen … Aber wenn du so schon so streng bist, verrate mir mal, was dann das „eigentlich“ in deinem letzten Absatz verloren hat?

  5. 5 Neoprene 19. November 2010 um 10:42 Uhr

    Weil ich mir eben nicht immer sicher bin, was nun sinnvolles pädagogisches Formulieren ist (z.B. die Vermeidung von Wörtern, die bei vielen Zuhörern Reizwörter sind und die Ersetzung durch „geläufige“ Bezeichnungen, wenn das dem Argument keinen Abbruch tut, ich erinnere nur an die zum Teil unsäglichen (bis potentiell bedrohlichen) Reaktionen auf die Benutzung des mittlerweile im offiziellen politischen Deutschland geächteten Wortes „Neger“) und was kritikables opportunistisches Wegducken im Mantel einer softeren Sprache ist.

    Wenn’s der Wahrheitsfindung dient, haue ich da auch weiterhin in die Kerbe, versprochen!

    Umgekehrt ist ja die Benutzung von korrekten Wörtern überhaupt keine Garantie für korrekte Thesen, wie man gerade mustergültig in den Auseinandersetzungen auf meinem Blog und dem Blog von Nestor zum Begriff „Ausbeutung“ und dessen Verhunzung durch AgneS sehen konnte.

  6. 6 bigmouth 19. November 2010 um 11:39 Uhr

    ich verstehe den konjunktiv so: in dem falle, dass man sich mit ihm beschäftigt, und ihn auch noch korrekt auslegt, kommt folgendes raus.

  7. 7 Neoprene 19. November 2010 um 11:47 Uhr

    Noch ein aktueller Nachtrag zur Wortwahl:
    Theo Wentzke hat seine letzten Vorträge zu Sarrazin und die Auseinandersetzungen über ihn jeweils damit angefangen, daß er was zum „Rassismus“-Vorwurf gegen den gesagt hat. Und dabei betont, daß damit regelmäßig gar kein konkreter Vorwurf, keine konkrete Kritik an Aussagen von Sarrazin verbunden ist, sondern daß das als billiges Totschlagargument benutzt wird, daß man „sowas“ nach Hitler nicht mehr sagen darf. Um damit klarzumachen, daß wen nun GSPler Sarrazin oder anderen demokratischen oder auch nicht demokratischen Politikern in der Tat auch Rassismus vorwerfen, das gerade der Anfang der inhaltlichen Auseinandersetzung ist und nicht das moralische Abwürgen einer ärgerlicherweise drohenden neuen rechten Bewegung, die es den im Sattel sitzenden Demokraten regierungstechnisch schwieriger machen könnte.

    Diese Benutzung des Vorwurfs als rein moralische Keule gibt es natürlich auch bei vielen Linken, ich habe das ja gerade am Beispiel der Spartakisten belegt:
    http://neoprene.blogsport.de/2010/10/22/spartakist-zu-sarrazin/
    http://neoprene.blogsport.de/2010/10/28/die-ignoranz-des-spartakist-zu-sarrazins-hetze-gegen-die-unterschicht/

  8. 8 Neoprene 19. November 2010 um 11:58 Uhr

    ja, bigmouth, „in dem falle, dass man sich mit ihm beschäftigt, und ihn auch noch korrekt auslegt, kommt folgendes raus.“ das habe ich ja auch gar nicht bestritten. Das stimmt schon. Das ist aber eine supervorsichtige Formulierung, die man sich vielleicht seinem Professor gegenüber nicht ersparen kann, um den Schein zu bekommen, hier in der wilden freien Welt der kommunistischen Kritik halte ich das für eine unnötig angezogene Handbremse.

  9. 9 bigmouth 19. November 2010 um 12:08 Uhr

    nö, das ist eine korrekte grammatikalische formulierung. oder willst du ein gebot daraus formulieren, marx zu lesen?

  10. 10 Neoprene 19. November 2010 um 12:21 Uhr

    Ganz ernsthaft: Ja, ich halte es mittlerweile für ein Gebot (der Vernunft) Marx zu lesen, (selbst ich habe mich dem deshalb auf meine alten Tage ein bißchen unterzogen). Und sowas kann und sollte man auch ganz offen, ja manchmal eben sogar unverblümt direkt heraus sagen. Ich glaube jedenfalls nicht, daß man mehr damit erreicht, wenn man Vortragstitel weichspült.

  11. 11 Administrator 19. November 2010 um 12:49 Uhr

    Jetzt ist es heraußen: Neoprene hat auf seine alten Tage sich „ein bisschen der Marx-Lektüre“ unterzogen. „Was da zu lernen ist“ würde solches Verhalten seiner Auffassung nach zum Gebot (der Vernunft – schickt er selber gleich als Einschränkung von „Gebot“ hinterher) machen. „Was da zu lernen wäre“ bezieht sich meines Erachtens dann realistisch auch auf die – diesbezüglich – nicht vom Licht der Erkenntnis erhellten Jahrzehnte, in denen er es nicht getan hat.

    PS: Unsereiner hat ES übrigens auch erst vor noch gar nicht langer Zeit – recht spät – zum ersten Mal getan.

  12. 12 Neoprene 19. November 2010 um 13:19 Uhr

    Nein, werter Administrator, „jetzt“ erst ist das nicht „heraußen“, daß ich ein „Spätberufener“ bin. Das kann man ja recht ausführlich belegt, meinem Blog entnehmen, wenn man mich denn nicht persönlich kennt, da halte ich damit ja auch nicht hinter dem Berg.

    Ich wundere mich über die Kritik der Einschränkung von „Gebot“. Die scheint mir deshalb so wichtig zu sein, weil ein Kritiker dieser Verhältnisse ja im Augenblick buchstäblich über nichts anderes „gebieten“ kann als seinen Koffer voller Argumente. Also wirklich nur darauf setzen kann, daß die dem einen oder der anderen aus dem mehr oder weniger geneigten Publikum, hier im Internet ja sogar weitgehend unbekannten Mitleserkreis, einleuchten mögen und auch als vernünftig erscheinen. Damit die sich dann dazu aufraffen, mit neuen guten Gründen was anderes zu wollen als bisher. Denn solange sie das nicht tun, sind es für sie ja gar keine guten vernünfigen Gründe.

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